
Die österreichische Bundesregierung arbeitet derzeit an einer grundlegenden Reform des Glücksspielgesetzes. Besonders im Bereich des Online-Glücksspiels deutet sich ein Paradigmenwechsel an: Das bisherige Online-Monopol von Win2day könnte fallen. Künftig soll ein Lizenzsystem mehreren Anbietern den legalen Zugang zum österreichischen Markt ermöglichen.
Der aktuelle Gesetzesentwurf sorgt bereits jetzt für intensive Diskussionen — sowohl bei Glücksspielanbietern als auch bei Experten für Glücksspielrecht und Spielerschutz.
Liberalisierung des Online-Glücksspiels
Bislang galt in Österreich im Online-Bereich faktisch ein Monopolmodell. Der neue Entwurf sieht nun vor, dass künftig mehrere Anbieter Konzessionen erwerben können, sofern sie die regulatorischen Voraussetzungen erfüllen.
Für den Markt wäre dies ein erheblicher Umbruch. Während Vertreter alternativer Anbieter das geplante Lizenzsystem begrüßen, warnen die Casinos Austria vor negativen Auswirkungen auf den Spielerschutz und einer stärkeren Konkurrenz durch internationale Anbieter.
Gleichzeitig versucht der Gesetzgeber, die Marktöffnung mit strengeren regulatorischen Vorgaben zu verbinden.
Deutlich strengere Spielerschutzmaßnahmen geplant
Besonders auffällig am Entwurf sind die geplanten Einschränkungen für Spieler.
Unter anderem vorgesehen sind:
- reduzierte Einsatzlimits,
- niedrigere maximale Gewinne,
- verpflichtende Spielunterbrechungen,
- strengere Einzahlungslimits,
- sowie verschärfte Vorgaben für jüngere Spieler.
Künftig sollen pro Spiel maximal zwei Euro eingesetzt werden dürfen. Zusätzlich ist nach 90 Minuten eine verpflichtende „Abkühlungsphase“ vorgesehen. Für Spieler unter 26 Jahren sollen besonders niedrige Einzahlungslimits gelten.
Die zentrale Frage wird sein, ob diese Maßnahmen den Spielerschutz tatsächlich verbessern oder ob Spieler verstärkt auf nicht regulierte Angebote ausweichen.
Payment-Blocking gegen illegale Anbieter
Ein weiterer wesentlicher Punkt betrifft das sogenannte Payment-Blocking. Banken und Zahlungsdienstleister sollen künftig keine Zahlungen an illegale Glücksspielanbieter mehr abwickeln dürfen.
Aus juristischer Sicht könnte dies ein bedeutender Schritt sein. Denn in der Praxis zeigt sich seit Jahren, dass viele problematische Anbieter über internationale Zahlungsstrukturen agieren und dadurch nur schwer effektiv reguliert werden können.
Mag. Ralph Summer sieht „viele gute Ansätze“ im Entwurf
Unser Partneranwalt Mag. Ralph Summer (Partner bei Summer Schertler Kaufmann Rechtsanwälte), der seit Jahren geschädigte Spieler in Verfahren gegen Online-Glücksspielanbieter vertritt, bewertet mehrere Aspekte des neuen Gesetzesentwurfs positiv.
Aus seiner täglichen Praxis kennt er insbesondere jene Konstruktionen internationaler Anbieter, die regulatorische Graubereiche ausnutzen oder österreichische Vorgaben umgehen. Genau hier sieht Mag. Summer im aktuellen Entwurf wichtige Verbesserungen.
Gegenüber der „Presse“ verweist er insbesondere auf Maßnahmen, die Umgehungskonstruktionen erschweren und illegale Anbieter stärker unter Druck setzen könnten. Auch die hohen Anforderungen an zukünftige Lizenznehmer bewertet er als wesentlich.

So sollen Anbieter unter anderem:
- ein Stammkapital von zehn Millionen Euro nachweisen,
- hohe Lizenzgebühren entrichten,
- laufende Glücksspielabgaben zahlen,
- sowie sämtliche regulatorischen Anforderungen erfüllen müssen.
Nach Einschätzung von Mag. Summer könnten diese Vorgaben dazu beitragen, bislang unregulierte Anbieter stärker in ein kontrolliertes und rechtskonformes System zu überführen.
Erfahrung aus der Praxis des Glücksspielrechts
Die Diskussion rund um die Glücksspielreform zeigt auch, wie stark sich der österreichische Glücksspielmarkt in den vergangenen Jahren verändert hat.
Insbesondere Verfahren rund um illegale Online-Casinos, Rückforderungen von Verlusten und fehlenden Spielerschutz beschäftigen Gerichte und spezialisierte Rechtsanwälte zunehmend.
Mag. Ralph Summer begleitet seit Jahren Spieler in genau diesen Verfahren und zählt im Bereich Glücksspielrecht zu den profilierten Ansprechpartnern in Österreich. Die aktuelle Reform könnte daher auch rechtlich einen wichtigen Wendepunkt für den österreichischen Online-Glücksspielmarkt markieren.
Entscheidende Jahre für den österreichischen Glücksspielmarkt
Auch wenn viele Regelungen erst ab 2027 beziehungsweise 2029 vollständig wirksam werden sollen, zeigt der aktuelle Entwurf bereits jetzt die Richtung der zukünftigen Glücksspielpolitik in Österreich.
Die kommenden Jahre dürften entscheidend dafür werden, wie Österreich künftig den Spagat zwischen Marktöffnung, Regulierung und effektivem Spielerschutz gestaltet.
EasyClaims wird die weiteren Entwicklungen rund um die Glücksspielreform weiterhin genau beobachten und setzt sich gemeinsam mit unseren Partner-Anwälten auch künftig mit voller Konsequenz für die Rechte geschädigter Spieler und die erfolgreiche Rückforderung unrechtmäßiger Glücksspielverluste ein.

